Das Sturmgewehr im Wasserglas

Wie steht es bei Wikipedia im Artikel über das amerikanische M16, das Standardgewehr der US-Armee

Als Konsequenz aus dem Zweiten Weltkrieg, dem Koreakrieg sowie aus einem entsprechenden Forschungsprogramm (SALVO) kam man zu der Auffassung, dass eine hohe Feuergeschwindigkeit und großer Munitionsvorrat für den Soldaten wichtiger seien als Präzision und Reichweite

  • Vorab, ich war nie Soldat (Berliner, geb.1951) und hatte nie eine Waffe in der Hand. Nicht aus Überzeugung, sondern einfach weil es sich nie ergeben hat. 

    Als sachfremdem Außenstehenden fällt mir aber trotzdem etwas bei der ganzen Debatte um das Standardgewehr der Bundeswehr auf nachdem ich versucht habe die Diskussion um das G36 zu verstehen. 

    Die Beschaffungsentscheidung fiel wohl 1993. Zu dieser Zeit dachte niemand an einen Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afganistan. Erst zu Guttenberg nannte den Krieg einen Krieg, das muss 2009/2010 gewesen sein. 

    Der Entscheidung für das G36 war sicher eine Jahre dauernde Planung für dessen Einsatzbedingungen vorausgegangen, es muss damals ein “Pflichtenheft”, eine Leistungsbeschreibung gegeben haben, der muss die Waffe entsprochen haben.
    Die Entscheidung damals war wahrscheinlich vom Denken der 80er Jahre und dem Konflikt mit dem Warschauer Pakt geprägt. 

    Mir kommt es vor, als sei das Gewehr nicht für den jetzigen Einsatzzweck beschafft worden. Für mich klingt es nach einer Waffe für den einzelnen Soldaten, der einzelne Gegner damit bekämpfen kann, als Ergänzung, letzten Teil einer Kette hinter Luftwaffe, Artellerie und Maschinengewehr. Der reale Einsatz scheint dem aber nicht zu entsprechen.

    Mir scheint es wurde ein Gewehr bestellt mit dem der normale Soldat Einzelziele, einzelne Gegner bekämft. Ich vermute, dass der normale Soldat auf 200 oder 300 Meter Probleme hat ein Ziel genau zu erkennen, geschweige es zu treffen. Egal wie präzise die Waffe ist. 


    Schon das wohl standardmäßige 30 Schuss-Magazin klingt nicht wirklich nach einem beabsichtigten Dauerfeuer, eher nach “hoffentlich trifft einer” von 3 Schüssen auseinem kurzen Feuerstoß. Schließlich muss die Munition ja vom Soldaten “am Mann” mitgeschleppt werden. 

    Wenn ich also in etwa richtig liege, dann ist vielleicht nicht das Gewehr schlecht, sondern es wird Mangels passender Ausrüstung für Zwecke eingesetzt, für die es nicht gebaut wurde. Es wird das Fehlen von Eigenschaften beklagt, die es nie hatte und auch nie haben sollte. 

    Dann aber hat die militärische Führung versagt, denn welche Waffe in welchem Einsatz die richtige ist, das sollten bitte keine Politiker entscheiden.
    Ich muss unweigerlich an den Starfighter denken. Damals gab es auch eine riesige Aufregung. Letztlich war es aber wohl so, dass ein Jagdflugzeug kein Bomber ist, nur weil es politisch gewollt ist. 

    Ich würde mich freuen, wenn die Fachleute und Praktiker, die es sicher gibt, in der Berichterstattung deutlicher zu Wort kämen. Die Generalität schweigt ja bisher, zumindest habe ich noch keinen Bericht gelesen in dem ein militärisch Verantwortlicher oder gar Afganistan-Vetranen befragt worden wäre.

Was ist “privat”? Was ist Privatsphäre? Wer darf was über mich wissen?

Privatheit ist der Ausschluss von sozialen Objekten (Personen und Organisationen) mit denen ich soziale Kontakte unterhalte.

Objekte, das sind Freunde, Nachbarn aber auch “meine” Krankenkasse oder “mein” Arbeitgeber.

Das Risiko liegt darin, dass ich nicht wissen kann wer zukünftig dazu gehören wird.

Varoufakis – Der Ver-Spieler

Varoufakis ist Mathematiker und Ökonom. Sein Gebiet ist die Spieltheorie, also die Frage mit welcher Strategie man gewinnt.

Es gibt dazu viele kluge Abhandlungen, viele umfangreiche wissenschaftliche Strategien. Das Problem, keiner weis so recht wer mit wem worum eigentlich was spielt.

In der Diskussion um Griechenland werden zwei Verhaltensmodelle der Griechen vereinfacht so beschrieben:

Das eine Modell: Varoufakis droht vom Hochhaus zu springen, wenn die Anderen nicht tun was er will, und sie müssen mit der Schuld leben.

Das andere Modell: Zwei Autos rasen frontal aufeinander zu. Wenn keiner ausweicht sind beide tot. Wer zuerst ausweicht hat verloren.

Die Sache hat nur einen Haken. Es ist in beiden Fällen dasselbe Spiel, immer das mit dem Hochhaus, denn Griechenland sitzt im Smart, die anderen im 38-Tonner. Wenns knallt stirbt wieder nur der eine Spieler.

Letztlich kommt es nur auf die Frage an, ob es irgendjemanden interessiert, wenn Griechenland untergeht. Varoufakis tut alles dafür, dass die Leute rufen: Spring endlich, deine lächerliche Droherei nervt nur noch.

Griechenland will eine Insolvenz mit sofortigem Schuldenerlass und anschließender Verrentung.

Möge Zeus den Finanzministern der Euro-Zone einen Rest an Verstand geben, und den Griechen einen angenehmen Flug.

Nicht wir entscheiden ob die Griechen springen, sondern nur sie selbst.

Russlands Garantie für die Grenzen der Ukraine

Nach Ende der Sowjetunion besaß die Ukraine eine immense Zahl an Atomsprengköpfen. Die gab sie an Moskau ab für Sicherheitszusagen aus Russland, USA und Großbritannien.

Kiew bot sich die Gelegenheit, von Moskau die Anerkennung seiner Grenzen in einem völkerrechtlich relevanten Vertrag zu bekommen.

Heute könnte es jedoch einen großen Verlierer dieser Abmachung geben: die Ukraine. Denn Papier ist geduldig.

So stand es in der Welt vom 1.3.14, also vor einem Jahr.

Heute ist klar, die russischen Zusagen sind nichts wert. Russland hält sich nur an Verträge, wenn es muss, ansonsten zählt nur Machtpolitik.
Das gilt wohl in allen Bereichen, nicht nur nach außen, auch nach innen.

Was sagt uns das?
Russland ist nicht nur keine Demokratie, sondern auch kein Rechtsstaat.
Russland ist von Willkür beherrscht.
Russland ist kein vertrauenswürdiger Partner, kein Partner für Verträge oder Investitionen.

Merkel: Auch Aufrüstung stoppt Putin nicht.
Gemeint ist Aufrüstung der Ukraine, aber die Frage nach einer Aufrüstung der Nato, um die offensichtlich erforderliche Abschreckung zu gewährleisten, steht natürlich im Raum.
Was ist der Standpunkt Russlands?

Und wie den Konflikt deeskalieren? Wenn sich die Regierung in Kiew mit den Aufständischen in der Ostukraine zusammensetze und praktische Absprachen treffe, dann könne es schnell zum Frieden führen, und Russland könne sogar als Garantiemacht fungieren

FAZ
Russland als Garantiemacht? Hatten wir da nicht gerade ein Problem?

Wieder kalter Krieg um den richtigen zu verhindern? Das kann niemand wollen, jedenfalls wird es niemandem nutzen. Das wirft Russland aber auch uns politisch weit zurück, und wirtschaftlich verbaut es allen Beteiligten viele Chancen.

Wo er Recht hat, hat er Recht

Man kann eine Form von Autosuggestion darin erkennen, eine Reaktion auf die zunehmende und verstörende Komplexität der Welt: Man erfüllt sich den Wunsch nach Klarheit, nach Eindeutigkeit und nach Einfachheit per Deklaration: Das ist jetzt aber wahr, weil es wahr sein soll. Gefälligst.

Alles lesen, Sascha Lobo auf SpiegelOnline

Ein Marshall-Plan für Griechenland!

Gute Idee, aber wer es fordert sollte wenigstens den Wikipedia-Artikel über dem amerikanischen Marshall-Plan nach dem 2. Weltkrieg lesen.

Wie sagte George C. Marshall

„Es wäre weder angebracht noch zweckmäßig, wenn die Regierung der Vereinigten Staaten von sich aus ein Programm entwerfen würde, um die wirtschaftliche Wiederaufrichtung Europas durchzuführen. Das ist Sache der Europäer selbst. Ich denke, die Initiative muss von Europa ausgehen. Unsere Rolle sollte darin bestehen, den Entwurf eines europäischen Programms freundschaftlich zu fördern und später dieses Programm zu unterstützen, soweit das für uns praktikabel ist. Das Programm sollte ein gemeinschaftliches sein, vereinbart durch einige, wenn nicht alle, europäischen Nationen.“

Mehr, und durchaus erhellendes, bei Wikipedia
Es flossen damals übrigens rund 10% der Mittel nach Deutschland, nach Griechenland ungefähr 5% der Mittel.

Frau Merkel sollte Herrn Tsipras empfangen …

… und zwar hier:

(null)

Denn für die neue Regierung in Athen ist die deutsche Sparpolitik eine Fortsetzung des Nationalsozialismus mit anderen Mitteln. Danach würde ihm das dumme Gequatsche vielleicht im Hals stecken bleiben.

Wenn nicht, dann sollte er abreisen.

Nie wieder Bankenrettung!

In Griechenland, so liest man hier und da gingen Menschen auf die Bank, um ihr Geld abzuheben.

Ich kann die Leute verstehen, würde es wohl auch so machen, denn wenn die Banken pleite sind, dann ist das Bar- und Spargeld der kleinen Leute weg, sind die Gelder von Handwerkern und kleinen Ladenbesitzern und die Sparguthaben der Häuslebauer weg. Nicht weg sind die Siemens- oder Apple-Aktien der Wohlhabenderen.
Ein reicher Grieche, der Aktien hat, dem droht bei einer Pleite seiner Hausbank kaum ein Ungemach, aber wer ein Gehaltskonto, seine Rente, ein Spar- oder Geschäftskonto, oder eben einfach sein Bares auf der Bank hat, der verliert es mit der Bankenpleite. Da ist Abheben, bevor es alle tun, oder es nur noch Drachmen gibt statt Euro oder Dollar, ein guter Rat, denn eines darf es unter keinen Umständen wieder geben: Bankenrettung.
Als Linker weis man ja::

Durch die Bankenrettung werden daher die Superreichen in Europa massiv unterstützt, während Beschäftigte, Rentnerinnen und Rentner die Zeche für die Krise in Europa zahlen.