Varoufakis – Der Ver-Spieler

Varoufakis ist Mathematiker und Ökonom. Sein Gebiet ist die Spieltheorie, also die Frage mit welcher Strategie man gewinnt.

Es gibt dazu viele kluge Abhandlungen, viele umfangreiche wissenschaftliche Strategien. Das Problem, keiner weis so recht wer mit wem worum eigentlich was spielt.

In der Diskussion um Griechenland werden zwei Verhaltensmodelle der Griechen vereinfacht so beschrieben:

Das eine Modell: Varoufakis droht vom Hochhaus zu springen, wenn die Anderen nicht tun was er will, und sie müssen mit der Schuld leben.

Das andere Modell: Zwei Autos rasen frontal aufeinander zu. Wenn keiner ausweicht sind beide tot. Wer zuerst ausweicht hat verloren.

Die Sache hat nur einen Haken. Es ist in beiden Fällen dasselbe Spiel, immer das mit dem Hochhaus, denn Griechenland sitzt im Smart, die anderen im 38-Tonner. Wenns knallt stirbt wieder nur der eine Spieler.

Letztlich kommt es nur auf die Frage an, ob es irgendjemanden interessiert, wenn Griechenland untergeht. Varoufakis tut alles dafür, dass die Leute rufen: Spring endlich, deine lächerliche Droherei nervt nur noch.

Griechenland will eine Insolvenz mit sofortigem Schuldenerlass und anschließender Verrentung.

Möge Zeus den Finanzministern der Euro-Zone einen Rest an Verstand geben, und den Griechen einen angenehmen Flug.

Nicht wir entscheiden ob die Griechen springen, sondern nur sie selbst.

Russlands Garantie für die Grenzen der Ukraine

Nach Ende der Sowjetunion besaß die Ukraine eine immense Zahl an Atomsprengköpfen. Die gab sie an Moskau ab für Sicherheitszusagen aus Russland, USA und Großbritannien.

Kiew bot sich die Gelegenheit, von Moskau die Anerkennung seiner Grenzen in einem völkerrechtlich relevanten Vertrag zu bekommen.

Heute könnte es jedoch einen großen Verlierer dieser Abmachung geben: die Ukraine. Denn Papier ist geduldig.

So stand es in der Welt vom 1.3.14, also vor einem Jahr.

Heute ist klar, die russischen Zusagen sind nichts wert. Russland hält sich nur an Verträge, wenn es muss, ansonsten zählt nur Machtpolitik.
Das gilt wohl in allen Bereichen, nicht nur nach außen, auch nach innen.

Was sagt uns das?
Russland ist nicht nur keine Demokratie, sondern auch kein Rechtsstaat.
Russland ist von Willkür beherrscht.
Russland ist kein vertrauenswürdiger Partner, kein Partner für Verträge oder Investitionen.

Merkel: Auch Aufrüstung stoppt Putin nicht.
Gemeint ist Aufrüstung der Ukraine, aber die Frage nach einer Aufrüstung der Nato, um die offensichtlich erforderliche Abschreckung zu gewährleisten, steht natürlich im Raum.
Was ist der Standpunkt Russlands?

Und wie den Konflikt deeskalieren? Wenn sich die Regierung in Kiew mit den Aufständischen in der Ostukraine zusammensetze und praktische Absprachen treffe, dann könne es schnell zum Frieden führen, und Russland könne sogar als Garantiemacht fungieren

FAZ
Russland als Garantiemacht? Hatten wir da nicht gerade ein Problem?

Wieder kalter Krieg um den richtigen zu verhindern? Das kann niemand wollen, jedenfalls wird es niemandem nutzen. Das wirft Russland aber auch uns politisch weit zurück, und wirtschaftlich verbaut es allen Beteiligten viele Chancen.

Wo er Recht hat, hat er Recht

Man kann eine Form von Autosuggestion darin erkennen, eine Reaktion auf die zunehmende und verstörende Komplexität der Welt: Man erfüllt sich den Wunsch nach Klarheit, nach Eindeutigkeit und nach Einfachheit per Deklaration: Das ist jetzt aber wahr, weil es wahr sein soll. Gefälligst.

Alles lesen, Sascha Lobo auf SpiegelOnline

Ein Marshall-Plan für Griechenland!

Gute Idee, aber wer es fordert sollte wenigstens den Wikipedia-Artikel über dem amerikanischen Marshall-Plan nach dem 2. Weltkrieg lesen.

Wie sagte George C. Marshall

„Es wäre weder angebracht noch zweckmäßig, wenn die Regierung der Vereinigten Staaten von sich aus ein Programm entwerfen würde, um die wirtschaftliche Wiederaufrichtung Europas durchzuführen. Das ist Sache der Europäer selbst. Ich denke, die Initiative muss von Europa ausgehen. Unsere Rolle sollte darin bestehen, den Entwurf eines europäischen Programms freundschaftlich zu fördern und später dieses Programm zu unterstützen, soweit das für uns praktikabel ist. Das Programm sollte ein gemeinschaftliches sein, vereinbart durch einige, wenn nicht alle, europäischen Nationen.“

Mehr, und durchaus erhellendes, bei Wikipedia
Es flossen damals übrigens rund 10% der Mittel nach Deutschland, nach Griechenland ungefähr 5% der Mittel.

Frau Merkel sollte Herrn Tsipras empfangen …

… und zwar hier:

(null)

Denn für die neue Regierung in Athen ist die deutsche Sparpolitik eine Fortsetzung des Nationalsozialismus mit anderen Mitteln. Danach würde ihm das dumme Gequatsche vielleicht im Hals stecken bleiben.

Wenn nicht, dann sollte er abreisen.

Nie wieder Bankenrettung!

In Griechenland, so liest man hier und da gingen Menschen auf die Bank, um ihr Geld abzuheben.

Ich kann die Leute verstehen, würde es wohl auch so machen, denn wenn die Banken pleite sind, dann ist das Bar- und Spargeld der kleinen Leute weg, sind die Gelder von Handwerkern und kleinen Ladenbesitzern und die Sparguthaben der Häuslebauer weg. Nicht weg sind die Siemens- oder Apple-Aktien der Wohlhabenderen.
Ein reicher Grieche, der Aktien hat, dem droht bei einer Pleite seiner Hausbank kaum ein Ungemach, aber wer ein Gehaltskonto, seine Rente, ein Spar- oder Geschäftskonto, oder eben einfach sein Bares auf der Bank hat, der verliert es mit der Bankenpleite. Da ist Abheben, bevor es alle tun, oder es nur noch Drachmen gibt statt Euro oder Dollar, ein guter Rat, denn eines darf es unter keinen Umständen wieder geben: Bankenrettung.
Als Linker weis man ja::

Durch die Bankenrettung werden daher die Superreichen in Europa massiv unterstützt, während Beschäftigte, Rentnerinnen und Rentner die Zeche für die Krise in Europa zahlen.

Drohnen in Bürgerhand!

Es gibt keinen Grund, sich bei so wichtigen politischen Ereignissen wie Demonstrationen allein auf die Vertreter der Staatsmacht zu verlassen. Die Polizei neigt bei den Veranstaltungen etablierter Parteien dazu, die Teilnehmerzahlen zu über- und bei den Demos der radikalen Linken oder Rechten zu untertreiben. Das zeigen Studien, bei denen Fotos im Nachhinein ausgewertet wurden.
Also muss die Zivilgesellschaft selbst diese Fotos schießen und sie anschließend jedem zur Verfügung stellen. Die einzige Möglichkeit, kostengünstig Luftaufnahmen von Massenveranstaltungen zu machen, sind Drohnen.

So schreibt es Rico Grimm bei den Krautreportern.

Hoffentlich wird es dazu nicht kommen!
Bei allem berechtigten Misstrauen gegen staatliche Überwachung, ich vertraue ihr mehr, sie ist besser kontrolliert, als ein “Jedermannsrecht” der Zivilgesellschaft zur Überwachung von Demonstrationen.

Heute mag es ein Problem sein aus einem solche Foto Einzelpersonen zu identifizieren, aber das wird sich ändern. Auch ließe sich wohl nicht kontrollieren, welche Objektive hier eingesetzt würden.

Ich bin kein Freund von Regelungen, aber wie die Polizei Bilder macht, verwertet und wer Zugriff darauf hat, alles das ist allemal besser kontrollierbar als bei allen anderen Interessenten.

Ich möchte nicht, dass die “Antifa” oder “Rechte” oder eine “Islamisten-Gruppe” eine Demonstration “zählt”, und ich als Passant oder auch als Teilnehmer der Demonstration, auf Facebook als Zielobjekt veröffentlicht werde, oder mich in obskuren Dateien obskurer Organisationen befinde.
Egal ob da eine Drohne des Veranstalters fliegt, oder die “Zivilgesellschaft” die Bilder jedem zur Verfügung stellt.

Das würde mein Demonstrationsrecht und meine Freiheit deutlich mehr gefährden, als Zählungen, an denen Zweifel angebracht sind. Wobei ich das Manipulationsinteresse und die Manipulationswahrscheinlichkeit durch solche “staatsfernen” Zähler nicht gebessert sehe.