Und folgst Du nicht willig … . Weil ich weiß, dass ich Recht habe

Der Spiegel schreibt einen Artikel der mich erschrickt. Ich hoffe, dass hier ein Redakteur über das Ziel hinaus schießt.
Der Klimawandel muss gestoppt werden! Wir müssen die Welt retten! Um jeden Preis?

… Es ist nicht mehr nur der tiefe Graben zwischen Erkenntnis und Handeln, der beklagt wird – es ist die lästige Demokratie, die als Schuldige ausgemacht wird.

Führende naturwissenschaftlich orientierte Klimaforscher betonen, die Menschheit stehe an einem Scheideweg. Das ökonomische und politische Weitermachen führe in die Katastrophe. Um eine global nachhaltige Lebensweise zu realisieren, bräuchten wir umgehend eine “große Transformation”, fordert etwa Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung.

Sind da plötzlich Leute auf die Idee gekommen, dass sie doch Recht haben, dass die anderen irren, dass sie daher zu ihrem Glück gezwungen werden müssen?
Das sind die typischen Merkmale des Tyrannen. So waren sie alle, sie wussten es besser. Sie wussten, dass das Volk irrt, sie hatten alle die höhere Erkenntnis, alle wollten doch nur Gutes tun.

Gibt die Sorge um das Klima, gilt es doch die Welt zu retten, das Recht die höhere Erkenntnis in der “großen Transformation” zu erzwingen?Für den guten Zweck? Darf man deshalb die Demokratie abschaffen? Ist das die Suche nach dem “guten Tyrannen”?

Den gibt es nicht, es sind immer Neros oder Stalins dabei herausgekommen.

Der Weg ist gefährlich, schlimmer diese Ideen sind gefährlich. Es werden sich Menschen finden, die diese Ideen ernst nehmen und uns das Heil bringen wollen, so oder so. Wenn wir unser Glück nicht einsehen, dann müssen wir eben dazu gezwungen werden?

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Autor: cws
Datum: Dienstag, 29. Dezember 2009 18:19
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Das ganze Leben und der Rest

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6 Kommentare

  1. 1

    Tja, und wieder einmal: Der “Spiegel” ist nicht alles und nicht allwissend. Was dort steht, muss nicht zwangsläufig seriöser Journalismus sein. Auch wenn er zu Deiner Meinung passt.

    http://www.scienceblogs.de/mathlog/2009/12/lastige-forscher-aud.php

  2. 2

    Nun gleich im ersten Satz drücke ich mein Misstrauen gegen den Spiegel aus, ich halte ihn nicht für ein Medium der letzten Wahrheiten. Gerade Spiegel-Online liegt nocheinmal deutlich unter dem Niveau der Printausgabe.

    Es geht mir auch nicht darum den Klimawandel zur Disposition zu stellen, da solltest Du den Artikel, der Dein Bild von mir formte, noch einmal in Ruhe lesen. Ich habe nur Sorge, dass die einfache monokausale Lösung zur Rettung der Welt ein Irrweg sein kann.

    Der von Dir verlinkte Artikel nimmt zwei Kritiker und stellt ihre Kompetenz in Frage. Sie sind keine Klimaforscher, sie sollten also schweigen? Nun wegen dieser Frage habe ich auch genau diese nicht erwähnt.
    Die in Deinem Link zu Recht kritisierten Kritiker sind allerdings nicht alleine, wenn es um die mangelnde klimarelevante Kompetenz und Ausbildung geht. Sie stehen da an der Seite des Vorsitzenden des Weltklimarates, Rajendra Pachauri.

    Dazu auch:
    http://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article5611640/Chef-des-Weltklimarats-wegen-Nebenjobs-im-Fokus.html
    und Wikipedia
    http://de.wikipedia.org/wiki/Rajendra_Kumar_Pachauri

    Es ist eben nicht so einfach, dass man sagen kann: Es sind die guten gegen die Bösen.

  3. 3

    Nun ja, der Autor in der WELT ist ein bekannter Klimaskeptiker. Entsprechend ideologisch gefärbt sind seine Artikel – er ist mit Tatsachen genauso wenig zu überzeugen.

  4. 4

    … Entsprechend ideologisch gefärbt sind seine Artikel …
    Was ja nicht bedeuten muss, dass die Aussagen über Herrn Pachauri bei ihm und Wikipedia falsch sein müssen?

  5. 5

    Passt nicht in Dein Bild, klar, aber es gibt auch in der WELT andere Stimmen:

    http://www.welt.de/wissenschaft/article5678918/Das-waermste-Jahrzehnt-seit-200-000-Jahren.html

  6. 6

    Passt in mein Bild. Warum sollte es nicht?
    Ich habe immer wieder betont, ich bezweifle nicht, dass es wärmer wird. Im Gegenteil.
    Nur bitte ich zu unterscheiden zwischen dem Wahrnehmen der \Erderwärmung\ und meinem Zweifel an der Ursache der Erwärmung.
    Wann immer ich das Thema im Radio oder in der Presse und der Politik behandelt sehe, dann geht es um eine Verminderung des CO2 Ausstoß. Ich halte es für falsch sich auf diese eine Ursache zu beschränken. Wir blicken auf CO2 Werte und sehen nichts anderes mehr. Wir bekämpfen vielleicht den falschen \Gegner\.
    Wir ind nicht auf den Fall vorbereitet, dass die CO2 Belastung nicht die allein entscheidende Ursache ist. Wenn sich zeigt, dass CO2 nur eine von vielen Ursachen ist, wenn sich zeigt, dass der CO2 Ausstoß sich nicht verringert (was ich für sicher halte), dann sind wir hilflos, weil wir uns auf ein möglicherweise untaugliches \Heilmittel\ verlassen haben. Wie sehen keine Alternativen mehr. Politik, die uns in eine alternativlose Situation bringt, ist schlechte Politik.
    Wir gehen den einfachen Weg indem wir einfach sagen es ist das CO2, wir tun ja unsere Pflicht, wir senken unseren Ausstoß. Wir sind es nicht gewesen.
    Nur, was nutzt es uns. Wir sollten lieber versuchen realistische Szenarien über die Folgen zu erarbeiten, wir sollten versuchen mit den Folgen umzugehen.

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