Wulff und Köhler, Jesus Christus, der Rücktritt und warum es keinen Bundespräsidenten geben kann.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

treten Sie zurück!

Sie können nicht im Amt bleiben, ohne es zu beschädigen.
Es ist dabei völlig egal was in der Vergangenheit geschah.

Es geht nicht um Tatsachen, sondern um den Umgang mit dem Amt. Nicht Ihren Umgang mit dem Amt, wie Sie es ausüben, sondern weil das Amt von Dritten missbraucht wird.

Das Amt des Bundespräsidenten verlangt Respekt im Umgang damit, weil es uns alle repräsentiert. Unabhängig von einer Partei, einer politischen oder religiösen Überzeugung.

Dieser Respekt muss auch dem Amtainhaber entgegenbgebracht werden, er hat Anspruch auf ein gewisses Maß von Immunität auch in Bezug auf seine Vergangenheit. Mit dem Amtsantritt als Bundespräsident muss der Amtsinhaber auch von Kritik an geschäklerischen Unschönheiten in seiner Vergangenheit freigestellt werden. Er muss in gewissen Sinne seine Absolution, seine Begnadigung für die Vergangenheit erhalten.

Dies hat Grenzen, wenn es um schwere Verfehlungen geht, aber das amt darf nicht dazu missbraucht werden, um eine politisch motivierte Sau durch die Presselandschaft zu treiben.

Sie können sich gegen den Missbrauch des Amtes nur in der Weise wehren, wie es Ihr Vorgänger tat.
Seine Rede zu seinem Rücktritt wurde nicht verstanden, weil den Kritikern das Verständnis für die Würde des Amtes fehlt, das ist jetzt nicht anders.

Wie sagte Bundespräsident Köhler seinerzeit über die Kritik: “Sie lässt den notwendigen Respekt für mein Amt vermissen.”

Er hatte Recht, und wenn Sie mit der gleichen Begründung  jetzt das Amt niederlegen, dann haben auch Sie Recht. Es gibt keine andere Möglichkeit den Respekt für das Amt einzufordern.

Wir haben einen Punkt erreicht, an dem es wohl niemanden mehr gibt, der dieses Amt noch übernehmen könnte, der unschuldig genug ist.

Selbst Jesus Christus wäre disqualifiziert.

Als er die Händler aus dem Tempel vertrieb,
hatte er eine rechtliche Grundlage?
Zerstörte er Existenzen?
Schlug er mit dieser Gewaltaktion womöglich Menschen?

Wovon lebten er und seine Jünger? Nahmen sie womöglich Spenden an?

Die Speisung der 5000. Wo sind die Quittungen?

Er setzte sich sich Prostituierten an einen Tisch.
Hat er eventuell eine berührt?
Wurden sie alle befragt ob er stets die notwendige Distanz wahrte?

Es geht schon lange nicht mehr um Tatsachen, es reicht Zweifel zu säen, denn wo Rauch ist, da ist auch Feuer. Dieses Feuer aber hält das eigene Geschäft der Medien und Konkurrenten, der Missgünstigen und Neider, der Moralprediger und Scheinheiligen am Leben.

Deshalb wird das Feuer geschürt, nur deshalb.

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Datum: Mittwoch, 14. Dezember 2011 11:07
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Ein Kommentar

  1. 1

    Zitat: “Mitleid mit Christian Wulff ist fehl am Platze. Er hat Bild und allen anderen Medien jede nur denkbare Vorlage gegeben, um harte Nachfragen und Recherchen zu rechtfertigen. [...] Und auch das sei gesagt: Nicht nur Bild inszeniert. Auch andere Medien, die taz eingeschlossen, planen Berichterstattung dramaturgisch, um möglichst großen Effekt zu erzielen, oder spielen über Bande, wenn es ihren Interessen dient.

    Doch was Diekmann mit der Bild-Zeitung gerade macht, ist eine Grenzverletzung. Die Zeitung gibt ihre Beobachterfunktion weitgehend auf und verfolgt nur mehr das Ziel: Wulff soll zur Strecke gebracht werden.

    Dahinter steht die Anmaßung, ein Medium solle und könne über Wohl und Wehe eines Politikers entscheiden. Bild inthronisiert und entlässt – Parteien oder die Bürger sind nur noch Spielbälle. [...]”
    Zitat Ende.
    Quelle: http://www.taz.de/Debatte-Taktik-der-Bild-Zeitung/!85148/

    Es ist ein erbärmliches Schauspiel, bei dem sich der Bock zum Gärtner macht.

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