“Der Blogger”

Der Blogger, unterwegs in den unendlichen Weiten des Internet. Auf Seiten die nie zuvor ein Mensch gesehen hat, und vermutlich auch nie ein Mensch sehen wird. Außer dem, der sie schrieb.

Warum also schreibt der arme Irre sie?

Eitelkeit?
Weil die Welt es wissen muss? Eher nein, er weis nach kurzer Zeit, dass die Welt der sicheren Überzeugung ist, dass sie es nicht wissen muss. Jedenfalls, wenn er eine Statistiksoftware nutzt. Die sagt ihm, das keiner seine Seiten liest, nicht einmal seine Freunde, nicht einmal seine Freundin. Eitelkeit scheidet aus.

Gewinnstreben?
Gewinn erfordert Auflage, Klicks, Leser.
Gewinnstreben scheidet aus.

Musik, Befreiung von der Melodie im Kopf?
Das trifft es schon ganz gut. Nicht Musik, so mit Tönen und dem ganzen PiPaPo. Aber es gibt eine Parallele. Jeder kennt das, man hört eine Melodie und wird sie nicht wieder los, sie spielt im Kopf und man kann die Endlosschleife nicht stoppen.
So ist das auch mit Gedanken. Sie setzen sich fest, ich denke darüber nach, grübele in der Nacht darüber, ein Gedanke setzt sich fest. Der mag so blöd sein wie er will, er sitzt fest. Wird er aufgeschrieben, im Blog, dann ist er weg.

Ich bitte also um Nachsicht, die Texte sind reine Notwehr gegen den eigenen Kopf.

Ich rede bisweilen mit Menschen so, wie das Kind mit seiner Puppe redet: es weiss zwar, dass es die Puppe nicht versteht; schafft sich aber durch eine angenehme wissentliche Selbsttäuschung, die Freude der Mitteilung.
Arthur Schopenhauer

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