Varoufakis ist Mathematiker und Ökonom. Sein Gebiet ist die Spieltheorie, also die Frage mit welcher Strategie man gewinnt.
Es gibt dazu viele kluge Abhandlungen, viele umfangreiche wissenschaftliche Strategien. Das Problem, keiner weis so recht wer mit wem worum eigentlich was spielt.
In der Diskussion um Griechenland werden zwei Verhaltensmodelle der Griechen vereinfacht so beschrieben:
Das eine Modell: Varoufakis droht vom Hochhaus zu springen, wenn die Anderen nicht tun was er will, und sie müssen mit der Schuld leben.
Das andere Modell: Zwei Autos rasen frontal aufeinander zu. Wenn keiner ausweicht sind beide tot. Wer zuerst ausweicht hat verloren.
Die Sache hat nur einen Haken. Es ist in beiden Fällen dasselbe Spiel, immer das mit dem Hochhaus, denn Griechenland sitzt im Smart, die anderen im 38-Tonner. Wenns knallt stirbt wieder nur der eine Spieler.
Letztlich kommt es nur auf die Frage an, ob es irgendjemanden interessiert, wenn Griechenland untergeht. Varoufakis tut alles dafür, dass die Leute rufen: Spring endlich, deine lächerliche Droherei nervt nur noch.
Griechenland will eine Insolvenz mit sofortigem Schuldenerlass und anschließender Verrentung.
Möge Zeus den Finanzministern der Euro-Zone einen Rest an Verstand geben, und den Griechen einen angenehmen Flug.
Nicht wir entscheiden ob die Griechen springen, sondern nur sie selbst.
Vorab, ich war nie Soldat (Berliner, geb.1951) und hatte nie eine Waffe in der Hand. Nicht aus Überzeugung, sondern einfach weil es sich nie ergeben hat.
Als sachfremdem Außenstehenden fällt mir aber trotzdem etwas bei der ganzen Debatte um das Standardgewehr der Bundeswehr auf nachdem ich versucht habe die Diskussion um das G36 zu verstehen.
Die Beschaffungsentscheidung fiel wohl 1993. Zu dieser Zeit dachte niemand an einen Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afganistan. Erst zu Guttenberg nannte den Krieg einen Krieg, das muss 2009/2010 gewesen sein.
Der Entscheidung für das G36 war sicher eine Jahre dauernde Planung für dessen Einsatzbedingungen vorausgegangen, es muss damals ein “Pflichtenheft”, eine Leistungsbeschreibung gegeben haben, der muss die Waffe entsprochen haben.
Die Entscheidung damals war wahrscheinlich vom Denken der 80er Jahre und dem Konflikt mit dem Warschauer Pakt geprägt.
Mir kommt es vor, als sei das Gewehr nicht für den jetzigen Einsatzzweck beschafft worden. Für mich klingt es nach einer Waffe für den einzelnen Soldaten, der einzelne Gegner damit bekämpfen kann, als Ergänzung, letzten Teil einer Kette hinter Luftwaffe, Artellerie und Maschinengewehr. Der reale Einsatz scheint dem aber nicht zu entsprechen.
Mir scheint es wurde ein Gewehr bestellt mit dem der normale Soldat Einzelziele, einzelne Gegner bekämft. Ich vermute, dass der normale Soldat auf 200 oder 300 Meter Probleme hat ein Ziel genau zu erkennen, geschweige es zu treffen. Egal wie präzise die Waffe ist.
Schon das wohl standardmäßige 30 Schuss-Magazin klingt nicht wirklich nach einem beabsichtigten Dauerfeuer, eher nach “hoffentlich trifft einer” von 3 Schüssen auseinem kurzen Feuerstoß. Schließlich muss die Munition ja vom Soldaten „am Mann“ mitgeschleppt werden.
Wenn ich also in etwa richtig liege, dann ist vielleicht nicht das Gewehr schlecht, sondern es wird Mangels passender Ausrüstung für Zwecke eingesetzt, für die es nicht gebaut wurde. Es wird das Fehlen von Eigenschaften beklagt, die es nie hatte und auch nie haben sollte.
Dann aber hat die militärische Führung versagt, denn welche Waffe in welchem Einsatz die richtige ist, das sollten bitte keine Politiker entscheiden.
Ich muss unweigerlich an den Starfighter denken. Damals gab es auch eine riesige Aufregung. Letztlich war es aber wohl so, dass ein Jagdflugzeug kein Bomber ist, nur weil es politisch gewollt ist.
Ich würde mich freuen, wenn die Fachleute und Praktiker, die es sicher gibt, in der Berichterstattung deutlicher zu Wort kämen. Die Generalität schweigt ja bisher, zumindest habe ich noch keinen Bericht gelesen in dem ein militärisch Verantwortlicher oder gar Afganistan-Vetranen befragt worden wäre.